Lippische Artillerie


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09.06.2010

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Afghanistan:
Taliban schießen Nato-Hubschrauber ab



Bundeswehrsoldat bei Anschlag leicht verletzt


Kabul: 09.06.2010 - 19:31

Bei einem Anschlag auf eine Patrouille der Bundeswehr im Norden Afghanistans ist ein Soldat leicht verletzt worden. Der Vorfall habe sich am Mittwochvormittag etwa neun Kilometer südwestlich von Kundus ereignet, teilte das Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Potsdam mit. Unterdessen haben Talibankämpfer im Süden Afghanistans einen Nato-Hubschrauber abgeschossen und dabei vier US-Soldaten getötet.

Der Angriff auf die Deutschen geschah in der Nähe von Kundus – zwei am Straßenrand versteckte Sprengladungen seien explodiert, als eine Kolonne der Bundeswehr vorbeifuhr. Zudem sei ein Fahrzeug der Kolonne mit einer Panzerfaust beschossen worden. Schäden an den Fahrzeugen seien aber nicht festgestellt worden. In der Nacht hatten sich deutsche Kräfte der Nato-Truppe ISAF in der gleichen Region ein Feuergefecht mit Aufständischen geliefert, wie das Einsatzführungskommando weiter mitteilte. Dabei wurden aber keine Soldaten verletzt.

Nato-Hubschrauber abgeschossen
Talibankämpfer haben im Süden Afghanistans einen Nato-Hubschrauber abgeschossen und dabei vier US-Soldaten getötet. Der Angriff ereignete sich am Mittwoch in der Provinz Helmand, einer Hochburg der radikalislamischen Kämpfer, wie die Nato mitteilte. Innerhalb von vier Tagen sind damit in Afghanistan mehr als 20 Nato-Soldaten getötet worden.

Ein Talibansprecher sagte der Nachrichtenagentur AFP in einem Telefonat, die Kämpfer hätten den Hubschrauber im Distrikt Sangin mit einer Rakete abgeschossen. Er sei dort auf dem Marktplatz abgestürzt. Es kommt relativ selten vor, dass Aufständische Helikopter der internationalen Truppen abschießen. Abstürze sind meist die Folge von Unfällen.

Ebenfalls in Helmand wurde ein britischer Soldat durch einen Sprengsatz getötet. Das teilte das Verteidigungsministerium in London mit. Seit Sonntag wurden in Afghanistan damit 23 Nato-Soldaten getötet. Allein am Montag starben zehn Soldaten - sieben US-Bürger, zwei Australier und ein Franzose. Es war für die Nato in Afghanistan der tödlichste Tag der vergangenen zwei Jahre. Der Internetseite icasualties.org zufolge starben dieses Jahr in Afghanistan bislang 253 Soldaten der internationalen Truppen, etwa zwei Drittel von ihnen stammten aus den USA.


Waffen und Fahrzeuge der Bundeswehr in Afghanistan

Die Bundeswehr in Afghanistan rüstet auf. Rund 1000 Panzer und gepanzerte Fahrzeuge sind nach Angaben des Einsatzführungskommandos in Potsdam bereits im Einsatz. Nach den schweren Gefechten vom Karfreitag und dem 15. April, bei denen insgesamt sieben deutsche Soldaten starben, will Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) nun weitere Schützenpanzer und Gefechtsfahrzeuge nach Afghanistan schicken. Außerdem sollen die Soldaten erstmals zwei Panzerhaubitzen erhalten. Damit verfügen sie unter anderem über die folgenden Waffen und Kampffahrzeuge:

PANZERHAUBITZE 2000:
Die mit drei bis fünf Soldaten besetzte Panzerhaubitze 2000 ist ein auf ein Panzerfahrgestell montiertes, mehr als 55 Tonnen schweres fahrbares Artilleriegeschütz mit großer Feuerkraft. Es ist dafür gebaut worden, den eigenen Soldaten im Gefecht auch aus größerer Entfernung zu helfen, indem es Feinde beschießt. "Indirekte Feuerunterstützung" heißt das im Militärjargon. Die Kanone mit einem Kaliber von 15,5 Zentimeter kann je nach verwendeter Munition 30 bis 40 Kilometer weit schießen und dabei mit Hilfe des eingebauten Feuerleitrechners punktgenau große Zerstörungen anrichten. Nach Angaben des Herstellers Krauss-Maffei Wegmann verschießt die Haubitze, die unter Experten als eine der modernsten der Welt gilt, bis zu zehn Granaten pro Minute. Von der niederländischen Armee wird das Geschütz bereits seit längerem bei Kämpfen in Südafghanistan eingesetzt. Die Deutschen Haubitzen stehen anscheined schon in Kabul, dem einzigsten Flughafen Afghanistans, der mit solchen Lasten angeflogen werden kann, bereit, nach Kundus geschafft zu werden (?). Bei der Haushaltslage könnten das bald die einzigen in der Bundeswehr betriebsbereiten Geschütze sein.

MARDER:
Der Schützenpanzer Marder ist ein 65 Stundenkilometer schnelles, mit 600 PS-Motor ausgestattetes Schützenpanzerfahrzeug, mit dem Pnazergrenadiere direkt ins Gefecht fahren können. Neun Soldaten haben in dem rund 38 Tonnen schweren Schützenpanzer Platz. Die Bundeswehr in Afghanistan hat nach Angaben eines Sprechers des Potsdamer Einsatzführungskommandos derzeit zehn Marder zur Verfügung. Stationiert sind diese bei der Eingreifreserve "Quick Reaction Force" in Mazar-i-Sharif und im Lager in Kundus. Sechs der Insassen sind Panzergrenadiere, die den Schützenpanzer über eine Heckklappe verlassen und zu Fuß weiterkämpfen können. Der Marder ist mit einer panzerbrechenden Maschinenkanone vom Kaliber 20 Millimeter (Bundeswehrjargon: Heeresanklopfgerät) ausgestattet. Der NAchfolger Puma, steht schon in den Startlöchern. Inwieweit er bei der Haushaltslage und der angespanten Finanzlafge der Bundesrepublik angeschafft wird, kann man nur als fraglich bezeichnen.

EAGLE:
Der Eagle ist eines der neuesten Kampffahrzeuge der Bundeswehr - und speziell auf Kriseneinsätze wie dem in Afghanistan zugeschnitten. Der von der Schweizer Firma Mowag produzierte rund 8,5 Tonnen schwere und 245 PS starke Geländewagen bietet fünf Soldaten Platz, seine Panzerung schützt vor Minen und Gewehrbeschuss. Es gibt das Fahrzeug in unterschiedlichen Ausstattungen, etwa als Kommandofahrzeug oder als militärischer Notarztwagen. Die Auslieferung an die Truppe begann im vergangenen Jahr, derzeit sind laut Bundeswehr 33 Eagle in Afghanistan. Nach Berichten vom Donnerstag soll der Anschaffungsprozess nun beschleunigt werden, um bald mehr dieser Fahrzeuge am Hindukusch einzusetzen. Was aber bei der Haushaltslage schon wieder als Fragwürdig angesehen werden kann.

DINGO:
Der Dingo ist das bewaffnete Allzweck-Nutzfahrzeug der Bundeswehr in Afghanistan. Der rund 8,8 Tonnen schwere Transporter, der auf dem bekannten Lastwagen Unimog basiert und speziell für Auslandseinsätze entwickelt wurde, kann fünf Soldaten und eine Last von 1,4 Tonnen befördern. Das bis 100 Stundenkilometer schnelle und geländegängige Fahrzeug, das bevorzugt etwa bei Patrouillenfahrten eingesetzt wird, ist leicht gepanzert. Die Hülle kann Minenexplosionen sowie Gewehrbeschuss standhalten. Wie der Eagle trägt der Dingo meist ein Maschinengewehr oder einen leichten Maschinengranatwerfer auf dem Dach.

WEITERE FAHRZEUGE:
Daneben hat die Bundeswehr in Afghanistan noch zahlreiche weitere Spezialfahrzeuge im Einsatz, darunter den Transportpanzer Fuchs, den Späh- und Aufklärungspanzer Fennek und die gepanzerten Lastwagen Yak und Duro, sowie etliche teil- und ungepanzerte Fahrzeuge.



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