Lippische Artillerie


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13.04.2010

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Es war ein bewegender Gottesdienst




Selsingen
Es war ein bewegender Gottesdienst, ein trauriger Abschied von unseren Kameraden, den drei in Afghanistan getöteten Fallschirmjägern, gefallen im Hinterhalt der Taliban im Norden Afghanistans.

Deutschland hat sich vor ihnen, vor unseren Kameraden verneigt.

Die kleine St. Lamberti-Kirche in Selsingen (Landkreis Rotenburg/Wümme, Niedersachsen) war bis auf den letzten Platz gefüllt.

Vor dem Gotteshaus stehen mehr als tausend Menschen, die meisten von ihnen Bataillons-Kameraden der gefallenen Soldaten.

Für sie wird der Trauergottesdienst auf einer Leinwand übertragen.

Vor dem Altar standen drei einfache Holzsärge, jeder von ihnen eingehüllt in eine Deutschland-Fahne, darauf je ein Helm, je sechs Soldaten hielten die Totenwache.

Der evangelische Militärdekan Armin Wenzel hatte die Zeremonie in der Selsinger Kirche eröffnet:

"Herr, lehre mich doch, dass es ein Ende mit mir haben muss und mein Leben ein Ziel hat und ich davon muss."

"Es gibt nur eine Antwort, die Karfreitag gegeben wird", so Militärdekan Wenzel:

"Gott beseitigt den Tod und das Leid nicht, aber er begibt sich mitten hinein.

Gott sagt: Ich lasse Euch nicht fallen. Ich höre Eure Gebete, ich schweige nicht zu Euren Tränen!"

Wenzel schließt mit den Worten: "Und dafür hat es Gott Ostern werden lassen: Der Tod hat nicht das letzte Wort im Leben, das Leben bleibt der Sieger!"


Der oberste Dienstherr der Gefallenen, Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg sprach zu den Trauernden:

"Wir stehen erschüttert, tieftraurig und so viele auch fassungslos in dieser Kirche und beklagen und beweinen den Verlust, die Unwiederbringlichkeit des blühenden Lebens von drei jungen Männern.

Die Schmerzen der Nächsten sind auch unsere und können doch nie an dieses Ausmaß heranreichen, es wäre auch vermessen."

GUTTENBERG: "WIR TRAUERN NICHT VERSCHÄMT, SONDERN OFFEN!"

Er spricht von der Kraft der Liebe, vom Glauben, von der Dankbarkeit für dieses allzu kurze Leben, das mit den drei Soldaten geteilt werden konnte.

Von einer seiner Töchter, die ihn gefragt hatte, ob sie stolz auf diese Soldaten sein dürfte.

Ob das Helden wären?

Was er ihr gegenüber bejahrt habe.

Guttenberg erinnert an jeden der Gefallenen einzeln, lobt deren Leistung, ehrt deren Leben.

"Liebe Angehörigen, mit Ihnen trauern wir, trauert ein Land.

Nicht verschämt, sondern offen!"

Die letzten Worte des Verteidigungsministers zu den Gefallenen:

"Sie haben ihr Leben für uns eingesetzt.

DANKE.

VON GANZEM HERZEN - DANKE!

(.. um nach kurzer Pause zu schließen)

RUHET IN FRIEDEN SOLDATEN!"



Dann die Ansprache von Bundeskanzlerin Angela Merkel:

Sie beginnt staatstragend und doch sehr parteipolitisch:

"Im Völkerrecht nennt man das, was in Afghanistan in weiten Teilen herrscht, einen bewaffneten nicht internationalen Konflikt, die Soldaten nennen das Krieg - ich verstehe das."

Sie spricht von der Sicherheit Deutschlands, die auch vom Einsatz in Afghanistan abhängig ist.

Er werde keine Minute länger dauern als notwendig, sagt die Kanzlerin.

Weite Teile ihrer Rede - sehr politisch.

Dann spricht sie aber auch kurz über die Trauer, das große und kleine Glück, das die Soldaten erleben konnten.

"Die Erinnerungen kann uns niemand nehmen", so Merkel.

"Sie haben den höchsten Preis gezahlt, den ein Soldat zahlen kann.

Ich verneige mich vor ihnen. Deutschland verneigt sich vor ihnen."

Dann geht Merkel zu jedem der drei Särge und tut, was sie sagte - sie verneigt sich.

Nach der Trauerfeier tragen Soldaten die Särge aus der Kirche, gefolgt von Angela Merkel und den Familien.

Verladen in Leichenwagen, werden die Särge kilometerweit durch ein Spalier von Soldaten bis zur Kaserne gefahren.


____


Es ist ein trauriger Tag für Selsingen, ein trauriger Tag für Deutschland doch wo war der Bataillonskommandeur oder zumindest sein Stellvertreter?

Ist das auch ein Zeichen von Trauer, seine Gefallenen, den Gefallenen des eigenen Bataillons, nicht einmal durch eine kurze Ansprache zu würdigen?

Schließlich hat selbst der Bürgermeister der Gemeinde bewegende Worte gesprochen, nur vom Verbandsführer war nichts zu sehen!

Die wohl bewegendste Rede hielt von Guttenberg!

Der Hauptinhalt der Rede der Bundeskanzlerin, die man sich sicher weniger parteipolitisch und staatstragend, hier lieber emotioneller und mitfühlender gewünscht hätte, und dann das Fehlen einer Rede des direkten Verbandsführers oder zumindest seines Stellvertreters!

Alles das erscheint uns sehr seltsam!




Schreiben Sie uns zu diesem Thema Ihre Meinung.


V.i.S.d.d.P.R.
Webredaktion Artillerie-Gesellschaft-Augustdorf e.V
vertreten durch den Vorsitzenden & Vorstandsprecher
Hans-Georg Krause






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