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Kamerad Martin ist heimgekehrt
Bielefeld
Abschied von gefallenen-Soldaten Martin Augustyniak
Feierliche Beisetzung in Bielefeld
Gemessenen Schrittes zieht die Trauer-Prozession aus der kleinen Kapelle des Queller Friedhofs ins Freie, das Starkato einer Trommel gibt das Schrittmaß vor.
An der Spitze trägt ein sichlich ergriffener Kamerad vom Fallschirmjägerbataillons 373 die Orden des Gefallenen 28-jährigen Bielefelders Martin Augustyniak auf einem Kissen, hinter ihm zwei weitere Kameraden mit Deutschlandfahnen, dahinter der Trauerkranz auf dem die Kameraden mit einem letzten "Glück ab" - dem Fallschirmjägergruss - ihren Kameraden grüssen.
In diesem Moment fliegen weiße Papier-Friedenstauben über den Sarg ihres toten Kameraden.
Die Beisetzung des in Bielefeld geborenen und aufgewachsenen Martin Augustyniak hatte viele Facetten – ganz wie der 28-Jährige selbst:
Zum Einen das militärische Geleit seiner Kameraden, zum Anderen die Liturgie seiner georgisch-orthodoxen Religion – Augustyniak war vor der Hochzeit mit seiner Frau konvertiert.
Weiße Friedenstauben aus Papier
Und schließlich:
der lebensbejahende, berührende Auftritt seines dreijährigen Sohnes Remo, der zusammen mit dessen Kindergarten-Freunden aus Hannover (im Alter von 2 bis 5 Jahren) sowie ihrer Betreuerin weiße Friedenstauben aus Papier über den Sarg warfen, eine weiße Fahne in den Wind hielten und am Grab Lieder sangen:
für "Papa Martin" ("Papa Martin ist noch hier – Papa Martin ist nur müde"), für die Witwe und letztlich auch für Remo.
... und dann - Leise verwehend "..ich hat einen Kameraden, einen bessern findst Du nicht..." über dem offenen Grab.
"Kinder haben nicht die Angst der Erwachsenen vor dem Tod", erklärte die Pädagogin Mariella di Mauro.
"Von Kindern können wir viel lernen."
In Remos Kindergruppe seien viele Nationalitäten und alle Religionen vertreten.
"Von jedem haben wir etwas eingebracht.
Das Lied an Papa Martin entstammt dem tibetanischen Glauben."
Bielefelds Oberbürgermeister Pit Clausen – einziger offizieller Gast der privaten Beerdigung – sagte anschließend:
"Ein sehr versöhnlicher Ausgang, die Kinder haben eine sehr fröhliche Stimmung am Ende verbreitet."
Einer der besten Freunde des gefallenen Soldaten sagte:
"Martin war ein außergewöhnlich fröhlicher Mensch, er hat seine Frau und vor allem seinen Sohn sehr geliebt. Es ist schlimm. "Erst vor wenigen Wochen hatte der Soldat seinen besten Freund aus Afghanistan angerufen: "Er sagte: Hier ist alles in Ordnung. Ich fühle mich hier sicher." Nur wenige Tage später ist er gefallen.
Ruhe in Frieden Kamerad
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V.i.S.d.d.P.R.
Webredaktion Artillerie-Gesellschaft-Augustdorf e.V
vertreten durch den Vorsitzenden & Vorstandsprecher
Hans-Georg Krause
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