Lippische Artillerie


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17.04.2010

Thema im .. > April

.. und wieder gefallene Kameraden






Wir alle in Deutschland werden uns jetzt an diese Horrormeldungen gewöhnen müssen.

Kann man das?

Am 15. April 2010 fielen wieder 4 Kameraden bei Gefechten mit Talibanverbrechern, fünf weitere wurden zum Teil schwer verletzt.

Und es ist wohl zu befürchten, dass diese 4 gefallenen Kameraden nicht die Letzten gewesen sein werden.

Doch wer trägt die Schuld?


Zuallererst die Politiker, die uns allen weißmachen wollten, dass es sich um einen humanitären Einsatz handeln würde.



Auf ihren Schultern ganz allein lastet nun der Tod unserer gefallenen Kameraden und aller die noch fallen werden.

Sie tragen ganz alleine die Verantwortung!


Doch für die nahen Angehörigen ist es zuallererst eine große menschliche Katastrophe.

Ihre fürchterliche Angst, mit der sie den Einsatz ihrer Lieben am Hindukusch begleiten, war und ist berechtigt und schlägt nun in tiefe Trauer um.

Erst vor zwei Tagen wurde unser bei Kunduz gefallener Kamerad Martin Augustyniak in Bielefeld zu Grabe getragen.

Die Tränen seiner Lieben sind noch lange nicht getrocknet, da trifft uns die nächste Horrormeldung!

Ziehen wir einmal Resümee!

Schon vor gut einem Jahr haben wir hier vor den Gefahren rund um Kunduz berichtet und den Einsatz von schweren Waffen (Panzer und Artillerie) gefordert, was uns die "Schelte" hoher Bundeswehroffiziere und den Abbruch des direkten Kontaktes eingebracht hat.



Jetzt, sollen zwei ganze Haubitzen eingesetzt werden, einem Tropfen auf einen heißen Stein kommt das gleich!

Aber wie kommen die nach Kunduz?

Das einzige Flugzeug das diese "Kolosse" transportieren kann ist die Antonow mit der wirklich einzigen Landemöglichkeit Afghanistans in Kabul!

Und dann?

Auf Tiefladern nach Kunduz?

Im mot.-Marsch?

Hat mal jemand auf eine Karte geschaut, wie weit das ist!

Das ist nicht eben einmal um die Ecke!

Sein wir einmal ehrlich, das ist
Utopie !

Die Taliban werden jetzt schon deren Abschuss auf dem Transport planen!

Gibt es bei der Bundeswehr nicht die ZDv - GMV?

Nein?

Dann sollte man die ZDv-Sammlung um diese wichtige Vorschrift "GMV = Gesunder-Menschen-Verstand" ergänzen!




Warum aber nicht..



.. die Donar?



Voll luftverlastbar und direkt nach Kunduz transportierbar, erfüllt sie den Zweck, der auch für die PzH 2000 vorgesehen zu sein scheint - zentral im Lager stehend, mit Feuermöglichkeit (zur Unterstützung der Bodentruppen) in allen Richtungen (360°)!


Herr Minister, warum nicht?


Diese "Gurke" wie einige Militärs meinen, wäre am schnellsten feuerbereit vor Ort!

Wieviele Prototypen hat KMW?

KAUFEN oder AUSLEIHEN sofort!


Jede von ihnen, egal welchen Preis sie hat, wird nicht einmal ein Menschenleben aufwiegen können.



Wir vertreten immer noch die Meinung, sofort raus aus Afghanistan oder vehement aufrüsten mit schweren und schwersten Waffen.

Denn nur so ist die Sicherheit unserer Kameraden wenigstens zum größten Teil sicher gestellt.


Alles, was jetzt geschieht, alle die jetzt noch fallen werden, lasten auf Ihren Schultern Frau Bundeskanzlerin, Herr Bundesverteidigungsminister.



Aber einfache Antworten zu dieser Katastrophe gibt es wohl nicht.

Der deutsche Bundestag ist jetzt verpflichtet, neu zu diskutieren, neu zu bewerten und dann eine eindeutige Antwort zu geben und die entsprechenden Maßnahmen zu beschließen.

So nah uns auch der Wunsch nach Abzug aus Afghanistan liegt und so berechtigt auch die immer wiederkehrende Frage nach dem Sinn dieses Einsatzes für uns alte Soldaten und für die ganze Bevölkerung Deutschlands sich stellt, so unkalkulierbar wären die Folgen eines halsbrecherischen und schnellen Rückzuges.

Wenn unsere politisch verantwortlichen Parlamentarier zu dem Schluss kommen sollten, dass der Einsatz immer noch sinnvoll ist, müssen unsere Kameraden entsprechend ausgerüstet werden.

Wir fordern:

Nicht nur Marder
, die Waffe der Grenadiere mit ihrer 20mm Bordkanone (Heeresanklopfgerät im Soldatenjargon) deren Geschosse in den dicken Wänden der Lehmhütten in Afghanistan keine Wirkung zeigen, sondern schwerste gepanzerte Verbände (Kampfpanzer Leopard) zusammen mit gepanzerten Pionierverbänden (Brückenleger etc.) und mindestens ein Artilleriebataillon mit 12 Panzerhaubitzen 2000. Bisher wurde immer nur in kleinen Schritten "nachgebessert" und uns, den Daheimgebliebenen vorgegaukelt, dass es sich um einen "humanitären Einsatz" handeln würde. Wenn man aber, was wir getan haben, mit Afghanistan Heimkehrern gesprochen hat (was man ihnen jedoch unter Androhung einer Disziplinarstrafe verboten hatte), kommt man zu einen Anderen viel schlimmeren Ergebnis, denn unsere Kameraden vor Ort waren immer im Hintertreffen.

Zu Beginn des Einsatzes mussten sie sich sogar selbst Ferngläser bei T...... kaufen, um ausgestattet zu sein.

Und solange diese gefährliche Situation andauert, solange wird auch schon um die Ausstattung unserer Kameraden gerungen.

Wir wurden einmal auf das Schärfste von einem höheren Offizier wegen unserer Afghanistan-Meinung angegangen.

"Es sei nicht alles so wie wir das weismachen wollten, er habe das schließlich vor Ort anders erlebt."

Nur, nachher erfuhren wir, dass dieser Offizier niemals das sichere Lager (Befehls-Bunker) verlassen hatte.


Irgendwie schon seltsam,
oder finden Sie nicht?



Noch einmal zur Ausrüstung!

So gab Verteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg erst nach dem Tod von drei Kameraden vor zwei Wochen und seinem Afghanistan-Besuch in diesen Tagen bekannt, dass 60 weitere gepanzerte Fahrzeuge bestellt werden.

Werden?



Herr Bundesminister, Sie waren selbst einmal Soldat, Sie waren Stabsunteroffizier der Gebirgsjäger, ein bischen Mehr an Fingerspitzengefühl wäre angebracht!

Oder haben sie alles vergessen?

Wenn überhaupt bestellt wird, warum nicht schon früher?

Überraschend kamen diese Angriffe nicht!

Schon 2006 haben Experten der deutschen Botschaft in vertraulichen Berichten davon gesprochen, dass das Einsatzgebiet der Bundeswehr im Norden zunehmend gefährlich werde.

Was folgte?

"Man" zog daraus keine Konsequenzen!

"Man" bagatellisierte!

Und schließlich müssen sich in erster Linie einmal die Alliierten einig werden!


Briten, Deutsche und Amerikaner arbeiten nicht Hand in Hand, wie man uns das hier Weismachen möchte!


Sie arbeiten nicht an einer gemeinsamen Strategie!



Jeder scheint froh, wenn der Feind im Gebiet der anderen zuschlägt.


So ist den kriegserfahrenen Taliban (denken sie an die Materialschlacht der Russen am Hindukusch) nicht bei zu kommen.


Die Taliban haben sich jetzt das schwächste Glied der Allianz ausgesucht, unsere Kameraden der Bundeswehr mit ihrem für "humanitäre Aufgaben" vorgesehenen aber nicht für Kampfeinsätze taugenden Gerät.




So wird es weitere Tote Kameraden geben an denen nur die Politik unserer Parlamentarier die Schuld zu tragen hat.


Handeln
Sie
sofort
Frau Bundeskanzlerin!

Und
auch Sie
Herr Bundesminister für Verteidigung!





Schreiben Sie uns zu diesem Thema Ihre Meinung.



V.i.S.d.d.P.R.
Webredaktion Artillerie-Gesellschaft-Augustdorf e.V
vertreten durch den Vorsitzenden
& Vorstandsprecher
Hans-Georg Krause


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