Lippische Artillerie


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23.04.2010

Thema im .. > April

Nach der "Afghanistan Debatte" im Deutschen Bundestag


Offener Brief an die Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland




Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin

.. endlich haben Sie in Ihrer Kanzlerschaft dem lange sträflich vernachlässigte Afghanistanthema beinahe den Stellenwert zukommen lassen, den es eigentlich haben sollte.

Sie als Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland haben die Deutschen Soldaten, unsere Kameraden der Bundeswehr, an den Hindukusch befohlen!

Die Masse der Abgeordneten des Deutschen Bundestages haben diesem Einsatz mehr oder weniger mehrmals zugestimmt.

Nicht das deutsche Volk!

Wer fragte es / wer fragte uns denn?

Das deutsche Volk hat Sie gewählt, beziehungsweise die Partei, die Sie mit der Kanzlerschaft betraute.

Auf wessen Schultern lasten denn nun die toten Soldaten?

Soll das deutsche Volk etwa diese Last schultern, die Sie zu verantworten haben?

Nein, Frau Bundeskanzlerin!

Diese Last schultern Sie mit Ihrem Kabinett, zusammen mit allen Bundestagsabgeordneten, die für diesen Einsatz votierten, bitte alleine.

Erst jetzt beginnen Sie damit, uns die Ziele dieses gefährlichen Auslandseinsatzes besser zu erklären.

Jetzt müssen Sie sich auch einer Aufgabe stellen, wohl aus dem traurigsten Anlass, die schwerer man sich kaum vorstellen kann.

Es kommen gefallene Soldaten zurück!

Soldaten, die Sie aus Ihrem Dienst-Aufgabenkreis in Deutschland heraus nach Afghanistan schickten, kommen jetzt in Särgen oder schwerstverletzt bzw. traumatisiert zurück.

Wie wollen Sie uns das erklären, Frau Bundeskanzlerin?

Begann nicht alles mit einem "humanitären" Einsatz, oder haben wir da etwas falsch verstanden?

Schauen sie doch bitte einmal dem deutschen Volk "auf´s Maul"!

Glauben sie ernsthaft, dass Ihre Rechtfertigung des Einsatzes am Hindukusch beim "deutschen Michel" richtig ankommt?

Der hat sich schon über Struck amüsiert, als er mit seinerzeit mit: "Die Freiheit Deutschlands wird.." an kam.

.. und was haben ihn die Parodisten dafür zerrupft!


Die Zustimmung zu diesem Einsatz am Hindukusch, unter den Bürgern der Bundesrepublik Deutschland, liegt "nur" noch bei unter 30%.

Wie wollen Sie das unseren Kameraden nahe bringen, dass die kaum noch Rückhalt in der Bevölkerung haben?

Aber wessen Schuld ist das denn?

Sicher ist es richtig, das Sie sich mit Ihrer Regierung nicht leichtfertig den Verlockungen hingeben, den "Einsatz" sofort abzublasen, denn ein Afghanistan, das wieder an die Taliban und an andere Terrorristen fällt, wäre wohl irgendwann wieder eine elementare Bedrohung für den Weltfrieden.

Ganz zu schweigen von der dann unterdrückten Bevölkerung Afghanistans.

Ein kopfloser Abzug aus Afghanistan ist niemals eine Alternative.

Das wollen im Deutschen Bundestag auch nur die Linken, die die Gefahr durch den Terrorismus aus uns unerfindlichen Gründen einfach nicht sehen wollen.

Die öffentliche Debatte um den Afghanistan-Einsatz muss an Realismus gewinnen.


Doch um uns, dem deutschen Volk die ganze Wahrheit zu sagen, dazu können wohl weder Sie sich, noch die anderen Bundespolitiker sich durchringen.


Dass die neue ISAF-Strategie des "Partnering" erhebliche und größere Risiken für unsere im Einsatz stehenden Kameraden mit sich bringt, wagt anscheinend niemand, auch Sie nicht, offen auszusprechen.

Vom "Blümchensoldaten", der hilft und Kinder tätschelt gehen unsere Kameraden der Bundeswehr jetzt mit den anderen Alliierten und afghanischen Truppen im Namen der UNO zum "Gegenangriff" gegen die Taliban vor.

Glauben Sie ernsthaft, dass die sich nicht wehren und keine weiteren Soldaten, auch deutsche Soldaten, töten werden?


Das wäre jetzt einmal eine wichtige Aufgabe Ihres Kabinettskollegen, des Herrn Bundesministers für Verteidigung.

Er sollte schleunigst mit seinem, für öffentliche Augen ist das so, Herumlavieren im Kundus-Untersuchungsausschuss und anderswo, aufhören und öffentlich Tacheless reden.

Es ist doch schlimm, der Öffentlichkeit groß und breit zu erklären, dass unsere Kameraden jetzt die Unterstützung zweier Panzerhaubitzen 2000 zur Feuerunterstützung bekommen!

Feurerunterstützung gegen Sprengfallen?

Und die "Dinger" sind noch nicht einmal vor Ort in Kunduz Frau Bundeskanzlerin.

In sachverständigen Kreisen der Bevölkerung lacht man über diesen Dilettantismus, den man weiss, das die einzige Transportmaschine, die diese "Dinger" "wuppen" kann, die russische Antonow ist.

Nur die kann in Afghanistan ausschließlich in Kabul landen.

Wie bitteschön geht es dann weiter?

Wissen Sie, wie weit es von Kabul bis Kunduz ist?

Vielen, und wir gehören wohl auch dazu, erscheint diese "Ansage" des Herrn Bundesminister für Verteidigung und führenden Herren der Bundeswehr wie ein Märchen.

Ein Märchen, das man gerne hört, weil es unseren Kameraden am Hindukusch, die uns am Herzen liegen, eine echte Hilfe in der Not sein könnten, aber niemand kann und wird das wirklich glauben.

Die deutsche Afghanistanpolitik, Frau Bundeskanzlerin, krankt nicht wie es der Parteivorsitzende der SPD, Sigmar Gabriel im Deutschen Bundestag sagte, an der überbordenen Kriegsrhetorik.

Sie krankt vielmehr am mangelnden Mut unserer Volksvertreter zur Offenheit und Ehrlichkeit.

Wir werden unsere Kameraden, sei es die im Kosovo oder die in Afghanistan, künftig, wir planen schon fieberhaft, durch ein öffentlich getragenes Symbol unterstützen.



Auch Sie könnten uns dabei helfen!


Herzlichst und
mit freundlichen Grüßen aus Augustdorf

Die Mehrheit der Mitglieder der
Artillerie-Gesellschaft-Augustdorf e.V.




Liebe Leserinen und Leser, schreiben Sie uns zu diesem Thema Ihre Meinung.


V.i.S.d.d.P.R.
Webredaktion Artillerie-Gesellschaft-Augustdorf e.V
vertreten durch den Vorsitzenden
& Vorstandsprecher
Hans-Georg Krause




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