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PzArtBtl215
Die ehemalige BTL - San-Gruppe
Eine Besonderheit (aus heutiger Sicht) war bis in die frühen 90er die San-Gruppe des PzArtBtl 215
Die Sanitätsgruppe war der Btl-Führungsgruppe angegliedert und in der 1./ 215 wie auch die anderen Funktionergruppen und -züge, die ihren Dienst für das Bataillon machten, eingebunden.
Im Kasernendienst stellte die San-Gruppe die sanitätsdienstliche Versorgung für das PzArtBtl 215 sicher. Jedes Schießvorhaben und andere Übungsvorhaben durften nur mit Sanitätsbegleitung durchgeführt werden. Der Btl-Arzt bildete mit seiner San-Gruppe die Soldaten des Bataillons in der Ersten Hilfe aus und schulte auch Helfer im San-Dienst.
Er führte eine tägliche truppenärztliche Behandlungsstunde durch.
Der SanGrpFhr erhielt von der Brigade den Auftrag, innerhalb des Gebäudes, in dem die SanGrp Dienst tat, den San-Bereich IV als Notfallstation für den Standort aufzurüsten.
Der San-Bereich verfügte über einen Notfall-behandlungsraum / Schockraum, Arztraum, Behandlungszimmer, Apotheke - Medikamenten-lager, Labor für kleine Diagnostik, G-Kartei, Geschäftszimmer und eine 20 Betten-Station mit Funktionsräumen, sowie ein Dienstzimmer mit Nebenraum für den Bereitschaftsdienst.
Alle stationär kranken Soldaten wurden am Wochenende von den San-Bereichen I (Panzerbataillone); SB II (Panzeraufklärer 7); SB III (Panzergrenadiere) in die Notfallstation verlegt, wenn dort ausreichend Platz vorhanden war. Die Bereitschaft in der Notfallstation war besetzt mit einem San-UVD, San-GVD, KrKw-Fahrer. Vor der Notfallstation war der Krkw Ford-Transit stationiert. Dieser war zusätzlich mit notfallmedizinischem Gerät ausgestattet. In der Notfallstation hielt sich auch der Bereitschaftsarzt auf. Der Fw-SanDienst überwachte den Bereitschaftsdienst an Sonn- und Feiertagen und bildete gleichzeitig eine Bereit-schaftsverstärkung. Die Einteilung erfolgte durch Brig.-Arzt PzBrig 21.
Der SanGrpFhr PzArtBtl 215 befehligte auch gleichzeitig die im gleichen Gebäude unter-gebrachten Sanitätssoldaten und San-Uffz der SanTrp`s der selbstständigen Einheiten der PzBrig 21. Er führte die Fachaufsicht. So waren die San-Soldaten der StabsKp PzBrig 21, NSchKp 210, PzSpähZug 210 und PzJgRak 210 fachdienstlich unterstellt.
Teilweise war aus der PzBrig 21 noch ein weiterer Stabsarzt abgestellt, um die Soldaten dieser selbstständigen Einheiten der PzBrig 21 zu versorgen.
Der SanGrpFhr PzArtBtl 215 war ständiger Vertreter des BrigArztFw der PzBrig 21.
Gedachter und geübter Einsatz im Manöver:
In Manöverzeiten befand sich der Truppenverbandplatz in ca. 800 m Entfernung (ca. Länge einer Kabelrolle für Feldtelefonanschluss) zum Btl.-Gefechtsstand in der VVD. Bei den schießenden Batterien befand sich ein SanTrupp.
Der Truppenverbandplatz wurde besetzt durch die Soldaten des MAN-Koffer San (3 Soldaten), der
Krkw-Besatzung und des gepanzerten Krkw SPz kurz 10 Rollen Typ D. Der Verbandplatzgruppenführer (Uffz / StUffz) leitete den Auf- und Abbau und hatte die Verantwortung für die Arbeitsbereitschaft des TrVPl. Außerdem waren beim TrVPl die Fahr-zeugbesatzung des 0,25 to DKW Munga (Pritsche) mit dem Btl.-Arzt und der SanGrpFhr und Fahrer mit dem W 181 VW- Kübel San.
Der Btl.-Arzt befand sich auf dem TrVPl oder beim BTL-Kdr am Btl.-Gefechtsstand. Dieses war immer dann der Fall, wenn das Bataillon z.B. Schulgefechtsschießen durchführte. In diesen Fällen war auch der Krkw 1,5 to Unimog mit am Btl.-Gefechtsstand.
Der SanGrpFhr hielt sich in der Regel auch auf dem TrVPl auf, nahm gemeinsam mit dem Btl-Arzt an Lagebesprechungen im Btl teil und führte die SanGrp selbstständig innerhalb des Bataillons. Der SanGrpFhr hielt ebenfalls Verbindung zu den schießenden Batterien und den abgestellten SanTrupps. Er war der Ansprechpartner für alle militärischen und nichtmilitärischen Angelegenheiten, welche die Sanität angingen.
Arbeitsgrundlage waren die ZDV 49/20, 49/21, 49/22, 49/23 (Sanitätsdienst) und HDV 300/1-3 (Heeresdienstvorschrift Struktur der SanGrp und deren Einsatz)
Rücklauf eines Verwundeten im Gefecht
Im Gefecht wurden an der vordersten Front durch den Truppenführer Verwundetennester festgelegt. Dieses erfolgte schon bei der Geländeerkundung. Die Bergung der Verletzten und erste San-Versorgung in den Verwundetennestern erfolgte durch die Helfer im San-Dienst im Rahmen der Selbst- und Kameradenhilfe. Die Verwundeten wurden von dort mit Transportmitteln der Truppe zum TrVPl gebracht, wo die erste ärztliche Versorgung durch den Btl.-Arzt erfolgte. Lagen die Verwundetennester unter Beschuss, wurde der SPz Krkw eingesetzt, um die Ver-wundeten aus der Gefahrenzone heraus zum TrVPl zu transportieren. Der weitere Transport wurde entweder mit rückwärtig fahrenden Transportmitteln der Truppe oder im Umlaufverfahren mit Krankenkraftwagen zum Hauptverbandplatz (HVPl) durchgeführt. Die Führer von Versorgungsfahrzeugen, die rückwärtige Einheiten anfuhren, hatten grundsätzlich die Order, freien Transportraum dem Truppenverbandplatzführer zu melden und Verwundete mit aufzunehmen. Von HVPl wurde der verwundete Soldat an weiter rückwärtige Sanitätsein-richtungen je nach Entscheidung der auf dem HVPl arbeitenden Sanitätsoffiziere (Arzt) mit Sanitätstransportmitteln verlegt.
Aufgestellt war die San-Gruppe laut STAN an:
Personal
1 Bataillonsarzt im Rang eines Stabsarztes / Oberstabsarztes (truppendienstlich unterstellt dem BTL-Kdr, fachlich dem Brigade-Arzt)
1 Sanitätsgruppenführer
(Feldwebel / Oberfeldwebel)
3 Unteroffiziere
(Uffz / StUffz) davon
1x Verbandplatzgruppe
1x SanTrpFhr 2./215
1x SanTrpFhr 3./215
10 (SanSold. / Gefr / OGefr) davon 8x Verbandplatzgruppe
1x Fahrer SanTrp 2./215
1x Fahrer SanTrp 3./215
Fahrzeuge der San-Gruppe
Verbandplatzgruppe:
1 Führungsfahrzeug VW Kübel W 181
1 DKW - San 0,25 to Pritsche (mit Tragengestell)
1 Krkw Unimog 1,5 to
1 MAN Koffer
1 SPz kurz 10 Rollen Typ D Krkw
SanTrp 2./215
1 DKW - San 0,25 to Pritsche (mit Tragengestell)
SanTrp 3./215
1 DKW - San 0,25 to Pritsche (mit Tragengestell)
Ausstattung
Truppenverbandplatz SanMat
Gefechtszelt mit Zubehör und Ofen
Feld-OP-Tisch
Autoklav
Sauerstoffbehandlungsgerät
OP-Zubehör
1 x Funkgerät SEM 25 / später SEM 35 (für Spz Krkw)
Verstrahlungsmessgerät (VMG 2 für Luft- und Wasserschadstoffmessungen)
Atropin-Vorrat für das Bataillon
Bewaffnung
5 Pistolen P 1 (Uffz / Offz)
1 Maschinenpistole MP 1 (SPz-Besatzung)
9 Gewehre G 3 (Mannschaften)
Text & Bilder: Manfred Richter